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Mitgliedschaften sind der nächste logische Schritt für unabhängige Medien; davon sind wir von Steady, zahlreiche Steady-Publisher und auch andere Medien wie der Guardian überzeugt. Aber was heißt das: der nächste Schritt? Warum müssen Online-Medien überhaupt einen solchen Schritt machen und warum sollte dieser Schritt in Richtung Mitgliedschaften gehen?

Die einfache Antwort ist: Irgendwie müssen Medien überleben, also Geld verdienen. Lange Zeit waren Anzeigenerlöse die Lösung zu diesem Problem. Aber offline klappt das kaum noch, online hat es noch nie so richtig funktioniert. Das große Geld, das für Online-Werbung ausgegeben wird, fließt längst an die digitalen Riesen – hauptsächlich an Google und Facebook.

Und jetzt? Im Grunde gibt es ausgehend von diesem Problem nur drei mögliche Folgen, drei Wege, die sich für Online-Medien auftun:

1 Aufgeben oder ausweichen

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Foto: Johannes Plenio (Pixabay)

Viele Publikationen sehen keinen Ausweg mehr, als zu verkaufen oder ganz dicht zu machen. In den USA haben sich in 171 Countys sogar sogenannte “news deserts” ausgebreitet – Nachrichtenwüsten, in denen es keine einzige Lokalzeitung mehr gibt. Gegenden ohne Lokaljournalismus.

Andere suchen nach Lösungen, geben ihr ursprüngliches Geschäft dabei aber nahezu auf. Große Medienhäuser zum Beispiel konzentrieren sich nicht mehr aufs Verlegen, sondern investieren in neue Geschäftsfelder, in denen sie mehr Geld verdienen. Etwa E-Commerce-Seiten oder Online-Stellenbörsen. Die Plattform StepStone zum Beispiel ist nur eine der zahlreichen Webdienste, bei denen die Axel Springer SE beteiligt ist; so soll das Geld eingebracht werden, das mit Journalismus nicht mehr zu holen ist – sozusagen kofinanzierter Journalismus.

Eine Demokratie kann aber nicht ohne Journalismus oder nur mit kofinanzierten Medien auskommen. Wir brauchen unabhängige Medien und Medienmacher:innen, denen man vertraut. Aufgeben oder auf andere Geschäfte ausweichen ist also keine Option.

2 Am Alten festhalten

Das ist das, was zum Beispiel Focus Online macht, eine der reichweitenstärksten Nachrichtenseiten in Deutschland. Sie klammert sich an das alte Geschäftsmodell und ist dank Suchmaschinenoptimierung und Clickbait-Methoden auch erfolgreich damit.

Das Problem: Medien, die es weiterhin mit Anzeigenerlösen probieren, laufen Klicks, Shares und Kommentaren hinterher. Traffic ist das A und O. Das Ergebnis sind Überschriften und Teaser, die die Inhalte maßlos überverkaufen. Texte, die mit Keywords für Suchmaschinen gespickt statt mit passenden Worten geschrieben sind. Videos von Katzen, von Babys oder von Katzenbabys.

Das Phänomen sieht man aber nicht nur bei Nachrichtenseiten. Es betrifft alle Formen von Online-Medien. Auch auf Youtube zum Beispiel bekommt man immer extremere Videos vorgeschlagen. Ein gutes Image (oder überhaupt ein Image) und eine nachhaltige Bindung zum Publikum baut man so jedenfalls nicht auf. Und es gibt so viele weitere Gründe, die gegen das Geschäftsmodell mit Anzeigen sprechen.

3 Neu denken

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Image by Free-Photos from Pixabay

Wer mit den ersten beiden Möglichkeiten nicht zufrieden ist, muss neue Wege der Finanzierung gehen. Etwa mit Paywalls und Abonnements. Oder eben mit Mitgliedschaften. Die sind persönlicher als Abonnements. Ein Abo bedeutet immer, dass man für etwas zahlen muss – Mitglied bei einer Publikation wird man aber, weil man genau diese eine Publikation unterstützen will. Mitgliedschaften bedeuten Teilhabe, Einbindung, sogar Leidenschaft und der Glaube an eine wichtige Sache.

Für Medienmacher:innen ist es nur konsequent, ihre Communitys um Unterstützung zu bitten. Denn die wollen ja auch, dass die Publikationen weiterhin bestehen. Und nur wenn Medienmacher:innen Geld für ihre Arbeit bekommen, können sie auch ihre Designer:innen, Fotograf:innen und andere Kolleg:innen bezahlen.

Einige Medienmacher:innen gehen schon diesen Weg. Sie finanzieren sich nicht (oder nicht hauptsächlich) über Werbung und überleben trotzdem – und zwar sehr gut. Meistens sind das Kreative, Journalist:innen, Comedians, die authentisch sind und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihrer Community aufbauen. Dann nämlich funktioniert, woran wir bei Steady glauben: Geld verdienen und unabhängig bleiben dank Mitgliedschaften.

Foto: DanaTentis (Pixabay)

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